Potenzkraft

Männerthema Impotenz und erektile Dysfunktion

- Selbstbefriedigung

Die Behauptungen, dass Selbstbefriedigung in irgendeiner Form schädlich sein könnte, sind bis heute nicht ausgestorben. So zieht auch das Gerücht, zu häufige Masturbation könne zu Impotenz führen, besonders in den Weiten des Internets immer noch seine Kreise. Festzuhalten ist, dass es bis heute keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt, dass Selbstbefriedigung irgendwelche körperlichen oder seelischen Schäden anrichten könnte; vorausgesetzt natürlich, es werden zur Stimulierung keine gefährlichen Hilfsmittel verwendet.

Dennoch zeugen viele Erfahrungsberichte von Potenzstörungen Betroffener davon, dass nicht selten ein Zusammenhang zwischen exzessiver Masturbation und Erektionsstörungen zu bestehen scheint. Viele Betroffene, die sehr häufig masturbieren,  berichten etwa, dass bei der Selbstbefriedigung keine Probleme auftreten. Die Schwierigkeiten beginnen erst, wenn es zu sexuellen Handlungen mit einer Partnerin oder einem Partner kommen soll. Die Ursache ist hier jedoch nicht bei der Masturbation selbst zu suchen. Natürlich kann extrem häufiges Masturbieren früher oder später zu einer Art Abstumpfung und auf Dauer auch zu einer durch andere sexuelle Spielarten schwerer zu erreichenden Erregbarkeit führen. Insbesondere wenn die Autoerotik mit einem exzessiven Konsum von Pornos einhergeht oder auf bestimmte Hilfsmittel fixiert ist, kann es sein, dass man mit der Zeit gegenüber anderen Reizen weniger aufgeschlossen reagiert. Man gewöhnt sich sozusagen daran, nur noch diese Form des Sex als erregend zu empfinden. Und wer sich am Tag schon mehrfach selbst befriedigt hat, wird einen geringeren Drang zum Sex verspüren als jemand,  der vielleicht die letzten Tage abstinent gelebt hat.

Dennoch ist zu häufige Selbstbefriedigung nicht die Ursache einer sexuellen Störung, sondern ein Symptom. Zwanghaftes Masturbieren, in dessen Folge es auch zu Störungen der Potenz kommen kann, ist eine sexuelle Störung, die verschiedene psychische Ursachen haben kann. Für viele Stress- oder Frustgeplagte ist die Masturbation ein beliebtes Mittel, um sich abzureagieren und etwas Entspannung zu finden. Wird die Selbstbefriedigung jedoch auf reine Frustbewältigung reduziert, hat das früher oder später natürlich auch Auswirkungen auf den Sex. Wer im Alltag viel unter Druck steht, sollte sich verschiedene Möglichkeiten zum ‚Dampf ablassen’ suchen und sich dabei nicht aufs Masturbieren beschränken.
Gründe für zuviele Masturbation
Auch suchen viele Menschen, die unter Einsamkeit oder Ängsten leiden oft Trost in der Masturbation. So gerät diese jedoch zu einer Ersatzbefriedigung, die zum Einen nur unzulänglich helfen kann und zum Anderen im Laufe der Zeit durch Gewöhnung und Abstumpfung an Wirksamkeit verliert. Da Masturbation als Ersatzbefriedigung nicht dazu in der Lage ist, die eigentlichen, meist unbewussten Bedürfnisse zu befriedigen, trägt sie nicht zur Problemlösung bei und kann mit der Zeit zum Selbstzweck geraten. Da der Grad der Befriedigung bei zu häufiger Masturbation immer mehr abnimmt, wird immer häufiger masturbiert. So kann Selbstbefriedigung sich zu einer ernsthaften Sucht entwickeln, die auch das soziale Leben auf Dauer immer mehr einschränkt und zu immer stärkerer Selbstisolation führt.
Nicht selten können übrigens auch verstörende Erlebnisse in der Kindheit später zu einem erhöhten Drang zur Masturbation führen.

Oft hat zuviel Selbstbefriedigung nicht nur Erektionsstörungen beim Sex mit Partnern zur Folge, sondern auch Probleme bei der Masturbation selbst. Wenn die körperlichen, sexuellen Bedürfnisse sozusagen bereits übererfüllt sind, der Drang, sich selbst zu befriedigen aber trotzdem nicht nachlässt, sollte man dies spätestens als ein ernstzunehmendes, seelisches Signal betrachten und professionellen Rat einholen.

Generell gilt, dass man sich bei Erektionsproblemen oder zwanghafter Selbstbefriedigung nicht scheuen sollte, auf professionelle Hilfe zu setzen. Ein intaktes Sexualleben ist schließlich eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Wer den Arztbesuch scheut, kann sich auch an eine der Selbsthilfegruppen wenden, bei denen Betroffene ebenfalls Rat finden können.

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